Petra Pettmann M.A. / Pressebüro PP-Kommunikation

JOURNALISTIN DJV, Spezialgebiet: Profigastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung, Food & Beverage, Places to be, MICE- & Retail-Branche

VENEDIG – Das Kochbuch

Das Buch „Venedig – Das Kochbuch“ von Autor Russell Norman, erschienen im Dorling Kindersley Verlag, München, im Juni 2018 (Preis: 29,95 €), ist eine Hommage an die venezianische Küche. Schon der Titel der englischen Originalausgabe „VENICE – Four seasons of home cooking“ von Russell Norman, Autor von POLPO und Betreiber der gleichnamigen Restaurants mit venezianischer Küche in London, bringt das Feeling der historischen Stadt im Wasser treffend auf den Punkt. Eine Leseprobe des englischen Originals habe ich hier gefunden.

9783831035878

Foto: Dorling Kindersley Verlag

Autor: Russell Norman

ISBN 978-3-8310-3587-8
Juni 2018
320 Seiten, 181 x 251 mm
ca. 140 Fotografien

Ein britischer Gastronom schreibt ein Kochbuch. Erst einmal überraschend, aber wer sich mit Russell Norman beschäftigt erfährt schnell, dass die venezianische Küche seine große Leidenschaft ist. Er ist kein Koch, aber er interessiert sich für die venezianische Küche. Dies intensiver und lebendiger als man erwarten würde. Auch die Fotos von Jenny Zarins sind Abbildungen des Wesentlichen. Klar, einfach, aussagekräftig. Sie zeigen kein gekünsteltes Chi-Chi, sondern die Gerichte genau so, wie sie in Venedig beim Nachbarn auf den Tisch kommen. Sie geben Einblick in die andere Seite der touristisch stark überlaufenen Stadt – eben mit dem Blick der Einheimischen. Derer die dort leben, essen und genießen.

Auch auffällig, dass Buch hat einen wunderbaren Goldschnitt. So etwas ist schon in unserer heutigen schnelllebigen, teils oberflächlichen Welt eine Rarität. Besonders bei einem Kochbuch. Aber dieses Buch „Venedig – das Kochbuch“ von Russell Norman hat es auch verdient. Es bringt den Glanz und die Nostalgie Venedigs in unsere Küche und verdeutlicht, dass weniger oftmals „mehr“ ist.

Es ist nicht nur ein Kochbuch im klassischen Sinne, es ist mehr. Russell Norman hat sich die Zeit genommen und ein Jahr in Venedig gelebt. Die Märkte erforscht, seine Lieferanten für die in London von ihm mitbetriebenen Restaurants „POLPO“ gefunden und vor allem wunderbare Rezepte des echten Venedig gesammelt. Von Nachbarn, neuen und alten Freunden. Hat gemeinsam gekocht und so eine wunderbare Sammlung der echten italienischen Küche zusammengestellt.

Das bei Dorling Kindersley in deutscher Sprache erschienene Buch ist nach Jahreszeiten aufgeteilt, die beste Art die regionale und saisonale Küche authentisch darzustellen. Von einem Menschen, der genau hinschaut. Mit gut beschriebenen Rezepten, die leicht nachzukochen sind.

Aber Russell Normann hat noch mehr in das Buch eingebracht. Er erzählt mit viel Liebe die Geschichten seiner Lieferanten, der Fisch- und Gemüsehändler der Märkte und auch wunderbar wie Venedig wirklich lebt. Die Geschichten der Stadt, der Straßen, Märkte und Menschen laden zum Verweilen in dem Buch ein. 320 Seiten geballte Information.

Auch die Rezepte sind anders dargestellt als in vielen klassisch aufgebauten Kochbüchern. Er schreibt zum Beispiel im Rezept „Vignole“ – einem der Klassiker der venezianischen Frühlingsküche –  man nehme „eine große Handvoll Minzeblätter“ (S. 70). Hier zeigt sich mit welcher Liebe und Hingabe Russell Norman seine venezianische Küche lebt. Das Rezept des Mandelkuchens auf Seite 140 ist einfach ein Traum. Wir haben es nachgebacken und waren begeistert.

Es ist gerade die einfache, rustikale Küche Venedigs, die begeistert und zum Nachkochen einlädt. Es sind die authentischen Einblicke in das Leben und das Herz der Stadt, die verfallende Architektur, die geheimen Plätze, das pulsierende Leben des echten Venedigs. Es ist eben viel mehr als ein Kochbuch. Die Geschichten über Venedig und die Menschen zu lesen, vermitteln eine unbeschreibliche Vorfreude aufs Kochen und Backen. Allein die Rezepte zu lesen ist ein Genuss.

So wundert es auch nicht, dass Russell Norman in Großbritannien sich in seinen Restaurants „POLPO“ der venezianischen Küche widmet und das Feeling Venedigs in seine Heimat rund um London holt.

Fazit: Das Buch „Venedig – das Kochbuch“ gehört nicht ins Bücherregal, sondern in die Küche. Dort steht es bei mir, und die Rezepte werden erforscht und von meinem Partner Wolfgang Risters nachgekocht. Zur großen Freude unserer Freunde.

Dies ist eine Rezension von Petra Pettmann M.A.

Food-Journalistin DJV

  1. August 2018

 

 

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