Petra Pettmann M.A. / Pressebüro PP-Kommunikation

JOURNALISTIN DJV, Spezialgebiet: Profigastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung, Food & Beverage, Places to be, MICE- & Retail-Branche

Glückliche Schweine im Wendland

Ein Besuch auf dem Hutewaldhof in Riskau

Viel Natur, wenig Menschen, das ist das Wendland an der Elbe. Eine ideale Landschaft für außergewöhnliche Agrarprojekte. Hier betreibt Agrarökologin Kathrin Ollendorf gemeinsam mit Holger Linde und einem kleinen Mitarbeiterteam ihren Hutewaldhof.

Hutewaldhof_002_petAuf dem Hutewaldhof in Riskau werden Schweine einer alten Haustierrasse bei natürlicher Fütterung im Freiland gehalten. Es handelt sich um Angler-Sattelschweine, eine robuste, alte und heute leider gefährdete Haustierrasse, die das Draußen sein gut verträgt und auch frisches Grünfutter noch gut verdauen kann. Diese können bis zu 16 Ferkel pro Wurf bekommen. Dabei wird auch der Wald im Herbst als Futterquelle genutzt. Bei einem Spaziergang kann man die Schweine auf den Weiden und im Wald beobachten. Schutz vor Wind und Regen bieten isolierte mit Stroh eingestreute Hütten, die im Winter durch die Eigenwärme der Tiere wie geheizt wirken.

Die Schweine dürfen naturnah leben.

Projektpartner Holger Linde ist Teil der Rotte und praktisch immer mit dabei. Das Grundstück liegt an einem Berghang mit wilden Äckern. „Spanferkel“ wird hier kein Schwein. Alle dürfen groß werden und glücklich auf dem Hof leben. Bis zu dem Tag, an dem der externe Metzger kommt und auch das Leben der glücklichen Schweine sein Ende findet. Hutewaldhof_008_pet

Die Flächen werden zudem mit einem Arbeitsochsen bewirtschaftet. Ochse „Konrad“ hilft bei der Waldarbeit und manchmal auch bei der Ackerarbeit. Ein imposantes respekteinflößendes Tier, welches sich aber gern von Kathrin Ollendorf und ihrem Team führen lässt. Gesellschaft leistet ihm Ziege „Filou“ und Katze „Donna Miez“.

Hutewaldhof_003_petEs ist schön all das still zu beobachten und zu sehen, wie die Schweine herumtollen, entspannt herumlümmeln, die Erde aufwühlen, sich suhlen und das Fressen, was ihnen schmeckt. Ganz ohne Zufüttern geht es im Winter nicht. Aufgrund der lang anhaltenden Dürre sind die grünen Wiesen momentan eher braun und verdorrt. Nicht einfach für die Schweinehalter. Da Obstbäume und Eichen aufgrund der anhaltenden Trockenheit bereits jetzt ihre Früchte abwerfen, füttert Kathrin Ollendorf ihre Schweine mit Äpfeln, Birnen und Eicheln zu. Hie und da wachsen doch noch einige Wildkräuter und Gräser, die dann von den Schweinen abgeknabbert werden. Die Schweine leben in kleinen Gruppen auf eingezäunten Flächen.

Hutewaldhof_001_petMan kann die Schweine leasen und zahlt dafür monatlich einen Beitrag von 70 Euro für Futter, Wasser und die Betreuung in Freilandhaltung. Hinzu kommen Kosten für Schlachtung, Verpackung etc. Das Konzept wird sehr gut angenommen. Auch auf regionalen Märkten sind die Beiden vertreten. Schinken, Wurst und tiefgekühltes Fleisch von den Porco Wéndico-Schweinen gibt es aber auch in kleinen Mengen und in kleinen abgepackten Portionen. Am besten man ruft direkt auf dem Hof an und stattet den Bewohnern des Hutewaldhofes gleich einen Besuch ab.

Hutewaldhof_007_pet„Was ich dem Schwein durch nicht artgerechte Haltung nehmen kann ist das „hier und jetzt“, betont Holger Linde. Das wollen Kathrin Ollendorfund Holger Linde nicht. Das Schwein soll gut leben können. Es denkt nicht an gestern, oder an morgen. Wenn es einen Apfel sieht, dann isst es ihn jetzt.

 

Text + Bilder: Petra Pettmann M.A.

Kontakt:
Hutewaldhof
Kathrin Ollendorf, Dipl.-Ing.agr. (Agrarökologie)
Projektpartner: Holger Linde
Riskau 16
29451 Dannenberg
www.hutewaldhof.de

 

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