Pressebüro Petra Pettmann

JOURNALISTIN DJV, fundierter Wirtschaftsjournalismus für die Profigastronomie, Food-, Tourismus-, MICE- & Retail-Branche mit besonderem Focus auf Nachhaltigkeit, Ursprünglichkeit und Ethik

CURRY – die 120 besten Rezepte von Indien bis Afrika

Eine Rezension von Food-Journalistin Petra Pettmann M.A.

Autoren: Vivek Singh, Sri Owen, Roopa Gulati, David Thompson

Cover-Foto: Dorling Kindersley Verlag
Abb. Cover: Dorling Kindersley

Dass Curry mehr ist, als die bekannte Gewürzmischung aus dem Supermarkt, dürfte mittlerweile jedem, der gerne kocht, und sich mit Rezepten beschäftigt, klar sein.

Curry ist auch eine Lebenseinstellung der verschiedenen landestypischen Verhältnisse. Und genau hier beginnt das Buch „CURRY“ des Londoner Spitzenkochs, Gastronoms und Autors Vivek Singh, welches kürzlich im Dorling Kindersley-Verlag erschienen ist. Es ist nicht nur eine Sammlung wirklich hervorragender Rezepte von wirklich grandiosen Köchen und Autoren, sondern auch die Darstellung der landestypischen Aromen. Und wunderbar für viele Regionen Asiens dargestellt. Alleine für die landestypischen Aromen und deren Nutzung hat Vivek Singh über 80 Seiten in diesem Buch bereitgestellt. Gründlicher kann man die Vielfalt der Aromen und Gewürze Asiens kaum darstellen. Schon dieser erste Teil des Buches macht richtig Spaß zu lesen und köstliche Curry-Rezepte zu entdecken. Mein Schwärmen sei mir verziehen: Ich liebe Currys! Schon immer.

Etwas irreführend finde ich den Untertitel „Die 120 besten Rezepte von Indien bis Afrika“, denn tatsächlich findet man im Buch Rezepte aus: Nordindien, Südindien, Pakistan, Myanmar & Südostasien (Inseln), Thailand, Südostasien (Festland) sowie sogenannte „Außenposten“, also Gerichte, die ihren Weg in andere Länder und Küchen gefunden haben. Aus Afrika direkt sind nur wenige Rezepte. Ich kenne die Currys aus Afrika aus eigener Erfahrung, da ich oft mit westafrikanischen Freunden zusammen gekocht und gegessen habe. Diese unterscheiden sich merklich, auch was die Zutaten anbelangt. Dort kommen Okraschoten, Kochbananen, Huhn und andere Zutaten in den Tajine-Topf, oft kombiniert mit Couscous, oder superdünnen Brotfladen.

Doch nun zu den Rezepten aus dem Buch:

Lesenswert sind auf jeden Fall die Einleitungen zu den Rezepten. So erfährt der Leser anregendes zum Rezept selber, seiner Herkunft und auch zu alternativen Zutaten. Fast logisch, dass dieses Buch mit vegetarischen Rezepten beginnt. Aber auch die anderen Rubriken wie Fisch, Geflügel, Fleisch sowie Reis und Brot werden ausführlich und schmackhaft präsentiert. Mit jedem Rezept wächst die Lust aufs Nachkochen. Besonders gefällt mir, dass für das Nachkochen auch alternative, leichter erhältliche Gewürze zu den Rezepten genannt werden. Wie beispielsweise auf Seite 144/145 beim köstlichen CHINGRI MALAI CURRY: hier werden Lorbeerblätter anstatt der normalerweise üblichen Zimtblätter verwendet. Denn nicht jeder hat Zimtblätter vorrätig, oder weiß, wo er diese bekommt.

Wir haben dieses Gericht mit Riesengarnelen in Kokosmilchsauce aus Nordindien–Bengalen mit Lorbeerblättern nachgekocht. Schön finde ich, dass zur Einleitung des Rezeptes die Besonderheiten dieses Gerichtes beschrieben werden. Ingwer, Knoblauch, Kurkuma, Kreuzkümmel, und die Samen grüner Kardamomkapseln und letztendlich Kokosmilch geben diesem Curry eine wunderbare Note. Besonders hervorheben möchte ich, dass die Auswahl und Mengen der Gewürze hervorragend aufeinander abgestimmt sind und ein rundes Geschmackserlebnis bieten. Einfach lecker! Leicht scharf, mit runder süße der Kokosmilch und der feinen Note des Kardamoms. Das Gericht zeichnet sich durch eine leichte Schärfe im Abgang am Gaumen aus. Die angebratenen Garnelen werden in der Kokos-Sauce zwei bis drei Minuten gegart. Dazu isst man Reis, oder selbst gebackenes Fladenbrot (Naan). Diverse Brotrezepte werden im Buch ab Seite 326 passend vorgestellt, ebenso Reis-Varianten aus verschiedenen Regionen Asiens.

Eine Besonderheit ist auch, dass es zu jedem Rezept einen Hinweis zur Herkunftsregion oder auch zum Anlass, wann dieses Gericht traditionell zubereitet wird, gibt. Ebenso erfährt man, in welcher Region die Gewürze heimisch sind. Absolut lesenswert!

Fazit: Das Buch fordert zum Schmökern auf, um aus dieser herrlichen Sammlung Neues für sich zu entdecken. Es ist sicher, dass man das auch optisch sehr ansprechende und übersichtlich gegliederte Buch des Öfteren aus dem Bücherregal nimmt, denn das Nachkochen macht einfach Spaß. Und eines weiß ich jetzt schon: sollte ich nach London kommen, ist ein Besuch des Restaurants „The Cinnamon Club“ in der ehemaligen Westminster Library Pflicht. Der aus westbengalen stammende Spitzenkoch Vivek Singh hat das Gespür für Aromen und kombiniert Zutaten und Techniken aus Asien und Europa, was den Genuss für uns so spannend macht. Die Mitautoren, ebenfalls teils aus London oder Indien sind nicht weniger genial. Ein bedeutungsvolles, großes Buch!

Leseprobe

Informationen zum Buch:

Autor: Vivek SinghCURRY – die 120 besten Rezepte von Indien bis Afrika
Quelle:Dorling Kidersley Verlag
Erscheinungsdatum:März 2022
Preis:24,95 €
Seitenzahl:368 Seiten
Format & Abbildungen:220 x 240 mm, fester Einband, über 200 farbige Fotos
ISBN:978-3-8310-4385-9

Dies ist eine Rezension von Petra Pettmann M.A., Journalistin, Archäologin, Anthropologin.

Kontakt: Petra Pettmann M.A., Pressebüro PP-Kommunikation, Marschdeich 1, 21354 Bleckede, Fon: 05852 958 7 958; Mail: presse@pettmann.de. Es gelten meine AGB, einzusehen auf www.pettmann.de. Die Vervielfältigung und Verwertung der Rezension, auch in Auszügen, ist ohne meine schriftliche Zustimmung nicht erlaubt. Datum der Rezension: 20. Juli 2022