Gemüse ins Blumenbeet! Kreativ gärtnern mit Dahlie, Artischocke & Co.

Jetzt fragen Sie sich sicherlich, was eine Buchrezension über ein Gartenbuch wie „Gemüse ins Blumenbeet“ hier zu suchen hat. Die Welt ist im Umbruch. Die Klimakrise zeigt uns allen, dass es so nicht mehr weiter geht. Städte werden zubetoniert. Die Nahversorgung mit frischem Gemüse und Obst, mit Kräutern und auch essbaren Blumen könnte besser sein. Warum also nicht auf dem Betriebsgelände anstatt langweiliger Rasenflächen einfach einmal einen Kombigarten mit leckerem Gemüse und Zierpflanzen anlegen? Oder im Seniorenheim, der Klinik, auf dem Gelände des Cateringbetriebes MEHRWERT schaffen? Ich finde die Idee gut. Ihre Mitarbeiter, Gäste, oder Patienten werden es Ihnen danken. Vielleicht beteiligen sie sich sogar? Ein Versuch wäre es wert, oder?

Lesen Sie selbt und lassen Sie sich inspirieren.

Foto: Verlag Eugen Ulmer

Das Buch „Gemüse ins Blumenbeet!“ von Autorin Heidi Lorey ist im Januar 2021 bei Ulmer erschienen. Es zeigt, dass Gemüse vortrefflich als Gestaltungselement im Garten genutzt werden kann. Und sich nicht in der hintersten Ecke eines reinen Gemüsegartens verstecken muss.

Der Kombigarten ist gefragt. In sieben Kapiteln zeigt Lorey, wie Gemüse nach diesem Prinzip zurück in die Gärten kommen kann. Als Gestaltungselement. Schönheit geht vor Ausbeute und Spitzenertrag. Auf Masse kommt es hierbei nicht an. Vielmehr auf Harmonie und Schönheit, auf adrette Blätter, hübsche Gemüseblüten, dekorative Früchte und Samen. Und blumige Partner fürs Gemüse.

Eine Checkliste zum Start zeigt, welche Zier- und Gemüsepflanzen in einem Kombigarten gedeihen. Licht-, Wasser- und Nährstoffbedingungen werden beachtet. Die Endgröße der Pflanze berücksichtigt. Und überlegt, was an Stelle des geernteten Gemüses im Pflanzloch folgen darf. Blattfarben, Blütenfarben und Fruchtfarben sollen ein harmonisches Bild geben. Wobei Geschmack schon immer Geschmacksache ist. Manch einer mag es bunt, Lorey eben Ton in Ton. Auch in Praxisseminaren gibt die Buchautorin ihr Wissen weiter (http://hlorey.de/seminare-und-vortraege/ ).

Schön, dass es dieses Buch gibt. Die Zeit dafür war überreif. Warum sollte man Gemüse denn nicht gemeinsam mit Blumen wachsen lassen? Essbares kann so schön sein, eine Zierde im Garten. Was schön ist, definieren wir doch selbst. Weiß die Blume, dass sie „nur“ Zierde ist? Und weiß der Mangold mit seinen breiten bunten Stielen in gelb, orange, rot und violett, dass er „nur“ zum Verspeisen auf der Welt ist? Nein! Diese Trennung existiert nur im Kopf der Menschen. Die Pflanzen wissen davon nichts und es interessiert sie auch nicht, was der Mensch über sie denkt.

Ein Garten zum Anbeißen ist etwas Phantastisches. In Dr. Heidi Loreys Bio-Gärten in Ostwestfalen wachsen Gemüse und Blumen friedlich miteinander. Sie hat Gartenbau studiert und schreibt als Buchautorin und Journalistin für grüne Magazine und Tageszeitungen. Mit ihrem Buch „Gemüse ins Blumenbeet!“ wirft Lorey die strikte Trennung zwischen Nutz- und Ziergarten über Bord. Ja, selbst die Regeln der klassischen Mischkultur, nach denen Kulturen im Block nach klaren Regeln und zeitlicher Abfolge angebaut werden sollen, sind passé! Wo in der Natur gibt es diese Abfolgen?

Pflanzen wachsen dort, wo die Rahmenbedingungen für sie stimmen. Stimmen diese nicht, gehen sie ein. Alle Pflanzen haben die gleichen Ansprüche an Wachstumsbedingungen. Sie benötigen den passenden Boden, Wasser, Nährstoffe, Licht und Wärme. Es kommt also darauf an Pflanzen mit gleichen Boden- und Standortbedürfnissen zu vereinen.

Gemüse- und Zierpflanzen ergänzen sich perfekt. Im Buch entdeckt man auf 192 Seiten essbare Blumen und rund 50 Gemüsearten, die nicht nur lecker schmecken, sondern auch oft noch super aussehen. So treten Artischocken ins Rampenlicht, umringt von patagonischem Eisenkraut, Mädchenauge und Ringelblumen. Paprika, Porree oder Pak Choi zeigen sich von ihrer attraktiven Seite. Essbare Zierpflanzen stehen als perfekte blumige Partner eng an eng mit Gemüse.

Die Autorin gibt Tipps zum Kombinieren der Pflanzen und nennt Pflanzpläne, die gelingen. Und Pflegetipps für einen gesunden vielfältigen Garten. Nennt schicke Kollegen und erklärt, welche Beschaffenheit die Nachbarpflanzen haben sollten, damit sie zur Gemüseart passen. Eine Inspiration ist ihr der Küchengarten De Boschhoeve von Dineke Logtenberg in den Niederlanden, in dem 24 Beete nach Fruchtwechselplan angelegt sind. Auch die „Essbare Stadt Andernach“, in deren kommunalen Grünanlagen jetzt Tomaten, Bohnen und Zucchini für alle wachsen, ist Vorbild.

Ich persönlich pflanze schon viele Jahre alles bunt durcheinander. Spießige Nachbarn schauen meinem Treiben meist argwöhnisch zu und ärgern sich grün im Gesicht, weil es in meinem Garten üppiger wächst und prächtiger gedeiht. Es schickt sich für viele nicht, neue Wege zu gehen. Pestizide werden gespritzt, der Rasen auf wenige Millimeter abrasiert, Gemüsesorten im Rechteckbeet gepflanzt, Blumen sofort ausgerissen, gestutzt und vernichtet, sobald sie verblüht oder mangels Pflege vertrocknet sind. Jedes Gemüse-Pflänzchen wird mit der Richtschnur eingemessen und im exakt gleichen Abstand eingelocht. Nur nicht von der Norm abweichen. Alles muss seine Ordnung haben. Nur wessen Ordnung? Das hier vorgestellte Buch ist deshalb eine Wohltat, ein Beginn aus dem Blickwinkel der Pflanzen zu schauen.

Mein Fazit: Gut gegliedert, lehrreich und eine echte Inspiration. Auch wenn ich persönlich es noch bunter und gemischter mag. Aber: Gemüse muss zurück in die Gärten. Und es gibt wunderschönes Gemüse!

Leseprobe: https://www.book2look.com/embed/978-3-8186-1274-0&euid=15140894&referurl=www.ulmer.de

Informationen zum Buch:

Autorin: Heidi LoreyGemüse ins Blumenbeet! Kreativ gärtnern mit Dahlie, Artischocke & Co.
Quelle:Verlag Eugen Ulmer
Erscheinungsdatum:14. Januar 2021
Preis:19,95€ (Taschenbuch), 14,99 (eBook (PDF)
Seitenzahl:192 Seiten mit 120 Farbfotos, 4 farbigen Zeichnungen, 1 Tabelle
ISBN:978-3-8186-1274-0

Dies ist eine Rezension von Petra Pettmann M.A.

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