Wer in der Meeting- und Eventbranche tätig ist, wird die IMEX besuchen.  Die globale Messe für Incentive-Reisen, Meetings und Events findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in den Messehallen der Frankfurter Messe statt. In den letzten Jahren – ich bin bereits seit 2008 „dabei“ – hat sich die Messe gerade auch was die Interaktion und Lernmöglichkeiten anbelangt, ständig verbessert. Mit rund 250 Fortbildungsmöglichkeiten hat jeder die Möglichkeit sich zu informieren und sein Wissensspektrum zu erweitern. Schade finde ich, dass einem so nur wenig Zeit bleibt, die Messestände aus aller Welt zu besuchen und intensive Gespräche zu führen. Die Pressekonferenzen und Veranstaltungen waren bisher sehr informativ. Ich kann jedem nur empfehlen, sich dafür anzumelden. Die Veranstalter der IMEX bemühen sich im Vorfeld der Messe sehr, Kontakte und Interaktionen zu ermöglichen. 160 Länder und mehr als 3.500 Aussteller sind 2019 dabei.

Beim gestrigen Online-Webinar des GCB konnte ich erfahren, dass das Angebot an Veranstaltungsstätten in Deutschland immer breiter und heterogener wird. Mit 7.472 Veranstaltungszentren, Tagungshotels und Eventlocations mit jeweils mindestens 100 Sitzplätzen im größten Saal bietet Deutschland Veranstaltungsplanern eine breite Palette an Möglichkeiten.

Interessant: Eventlocations rücken immer mehr in den Fokus. Man tagt und trifft sich gerne in Industriebauten und kleinen Locations mit bis zu 50 Teilnehmern. Kreativität und Innovation ist gefragt. Im Zeitalter der Digitalisierung und der IoT boomen auch Locations, die dazu in der Lage sind hybride Veranstaltungen durchzuführen. Mobile Anwendungen während Veranstaltungen (40,6%), Live-Streams (34,0%) und Videokonferenzen (32,9%) kommen immer mehr zum Einsatz – was auch die Nachhaltigkeit der Veranstaltungen in punkto Co2-Ausstoß minimiert, da man sich nicht unbedingt an einem Ort real treffen muss. Wissenschaftliche Veranstaltungen haben deutlich zugenommen. Die Live-Kommunikation ist noch stärker geworden.

Diversifikation ist Trumpf

Die Internationalisierung schreitet voran. Locations, die sich auf die neuen Ansprüche von „NEW WORK“ eingestellt haben, und mit innovativen Räumlichkeiten und Angeboten aufwarten können, punkten bei den Nutzern der Locations.

Hip sind zum Beispiel individuell und unkonventionell eingerichtete Räume für Workshops, Meetings und Feiern im kleinen Kreis, wie sie etwa über die Plattform Spacebace unkompliziert gebucht werden können. In der Statistik der „Großen“ tauchen diese gar nicht auf und unterwandern schleichend und erfolgreich den Markt.

Der gesamte Markt bleibt positiv dynamisch. Wem es gelingt eine Lücke zu finden und sich zu spezialisieren, dem werden die Kunden bald die Türen einrennen. Was jeder haben kann und kennt, ist nicht mehr hip. Große Kongresszentren müssen sich etwas einfallen lassen.

Das vom GCB, DZT und EVVC präsentierte Meeting- & EventBarometer 2019/2020 analysiert den Markt seiner Mitglieder (https://www.gcb.de/de/anbietersuche.html), die vorwiegend aus den etablierten Märkten stammen. Es ist laut GCB die einzige Studie, die den gesamten Veranstaltungsmarkt – sowohl den Kongress- als auch den Eventbereich – in Deutschland untersucht. Das Europäische Institut für TagungsWirtschaft (EIWT) wurde mit der Analyse beauftragt.

Laut neuester ICCA-Statistik vom 13. Mai 2019 liegt Deutschland im Ranking der 10 Länder- und Städterankings mit 642 Veranstaltungen in 2018 gleich hinter den U.S.A., die mit 947 Meetings aufwarten können. Platz 3 nimmt Spanien ein (595 Meetings) und Platz 4. Frankreich mit 579. Noch ist England  mit 574 Meetings auf Platz 5, was sich im Zuge der Brexit-Querelen jedoch sicher nicht fortsetzen lässt. Man wird sehen, wie sich die Lage entwickelt.

Beim Städteranking liegt Paris mit 212 Meetings ganz vorne, gefolgt von Wien (172) und Madrid (165). Berlin kommt erst an fünfter Stelle (162). Auffällig ist, dass Länder wie Japan, China, Süd-Korea und Städte wie Singapore, Bangkok, Hong Kong, Seoul und Taipei sehr beliebt sind. Hier tut sich was.

Hier die Top 20 des ICCA-Länderrankings 2018 (Quelle ICCA):

Rank Country # Meetings
1 U.S.A. 947
2 Germany 642
3 Spain 595
4 France 579
5 United Kingdom 574
6 Italy 522
7 Japan 492
8 China-P.R. 449
9 Netherlands 355
10 Canada 315
11 Portugal 306
12 Republic of Korea 273
13 Australia 265
14 Sweden 257
15 Belgium 252
16 Austria 240
17 Brazil 233
18 Argentina 232
19 Poland 211
20 Switzerland 208

Hier die Liste des ICCA-Städterankings 2018 (Quelle ICCA):

Rank City # Meetings
1 Paris 212
2 Vienna 172
3 Madrid 165
4 Barcelona 163
5 Berlin 162
6 Lisbon 152
7 London 150
8 Singapore 145
9 Prague 136
10 Bangkok 135
11 Buenos Aires 133
12 Hong Kong 129
13 Amsterdam 123
Tokyo 123
15 Seoul 122
16 Copenhagen 120
17 Brussels 112
18 Dublin 104
19 Stockholm 103
20 Budapest 100
Taipei 100

Bei internationalen Verbandskongressen hat Deutschland die Nase in Europa vorne. Zum 15. Mal in Folge nimmt Deutschland den ersten Platz und weltweit Rang zwei hinter den USA ein.

Da immer mehr Geschäftsreisende international unterwegs sind, wird einer Besteuerung von Flügen mit gemischten Gefühlen entgegen gesehen. Einerseits wird die Natur geschont, andererseits wollen sich die Menschen immer noch lieber persönlich treffen. Ein Dilemma, für das es noch keine passende Lösung gibt. Hybride Veranstaltungen, bei denen man sich weltweit vom eigenen Standort vernetzt, spielen eine immer größere Rolle. Klar ist, dass Nachhaltig handeln von allen gewollt ist – da ist sich die Branche einig. Green-Meetings werden explizit von MICE-Planern nachgefragt, wobei die Fakten des installierten Nachhaltigkeitsmanagements wichtiger sind, als ein Zertifizierungslabel. Es lohnt genau hinzuschauen.

Dies ist eine Einschätzung von Petra Pettmann M.A.

 

 

 

 

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